OER bereitstellen
Auf dieser Seite erfahren Sie, wie Sie als Service-Betreibende an Ihrer Hochschule OER sicher speichern und über das OER-Verzeichnis auffindbar machen. Wir zeigen praxisnah, wie Sie Repositorien aufbauen, Metadaten pflegen und Moodle-Plugins für OER einsetzen.
Zielgruppe: Service-Betreibende
Planung und Aufbau von OER-Infrastrukturen
Die Bereitstellung von Open Educational Resources (OER) an Hochschulen erfordert mehr als die technische Infrastruktur. Damit Lehrende ihre Materialien sicher, auffindbar und nachhaltig bereitstellen können, müssen organisatorische, rechtliche und didaktische Aspekte frühzeitig berücksichtigt werden.
Die Fragen und Schritte in unserem Planungsleitfaden für OER-Repositorien sind als Orientierung gedacht: Sie helfen Ihnen, Entscheidungen bewusst zu treffen, Verantwortlichkeiten zu klären und den Prozess gemeinsam mit Ihren Kolleg:innen nachzuvollziehen. Sie können die Schritte nacheinander besprechen oder in einzelnen Bereichen gezielt arbeiten – je nach Bedarf und Ressourcenausstattung Ihrer Institution.
Im Projekt Open Education Austria Advanced (Laufzeit 2020-2024) wurde eine Checkliste für die Konzeption von OER-Repositorien erarbeitet, die u.a. als Basis für den Planungsleitfaden diente.
Planungsleitfaden für OER-Repositorien
- Welche Hardware und Infrastruktur wird benötigt (Server, Speicher, Backup, Monitoring)?
- Wie viele User:innen erwarten wir? Wie hoch ist der zu erwartende Traffic / Last?
- Welche Anforderungen bestehen an Verfügbarkeit (HA Setup)?
- Welche Systeme existieren bereits in der Institution (LMS, Medienserver, PID-Server)?
- Gibt es bestehendes Personal, das technische, organisatorische oder redaktionelle Aufgaben übernehmen kann?
- Welche Zielgruppen nutzen das Repositorium (Studierende, Lehrende, Forschende, Externe)?
- Welche Rollen und Rechte sollen vergeben werden?
- Wie wird die Nutzer:innenverwaltung umgesetzt? Gibt es ein bestehendes Authentifizierungssystem?
- Ist Single-Sign-On (SSO) geplant?
- Welche Daten sollen von den Nutzer:innen erfasst werden?
- Welche Maßnahmen für Datenschutz, Barrierefreiheit und User Experience sind vorgesehen?
- Welche Daten und Formate sollen erfasst werden?
- Wie granular sollen die Objekte sein (z. B. einzelne Dokumente, Sammlungen)?
- Wie lange sollen die Daten gespeichert werden? Ist Langzeitarchivierung geplant?
- Welche Schnittstellen und Upload-Möglichkeiten werden benötigt?
- Sollen auch andere Systeme (LMS, Medienserver, Videoportal) angebunden werden?
- Welche Inhalte werden bereitgestellt – ausschließlich OER oder auch andere Ressourcen?
- Welche Art von Persistent Identifier soll verwendet werden (DOI, URN, Handle)?
- Wie wird Versionierung und Synchronisation mit Ursprungssystemen gehandhabt?
- Wie sollen Löschungen technisch umgesetzt werden (Tombstone Pages, etc.)?
- Welche Metadaten müssen mindestens vergeben werden?
- Welches Metadatenschema passt zu den Inhalten (z. B. LOM, LMRI)?
- Welche Vokabulare für Metadatenfelder sollen verwendet werden?
- Welche Metadaten werden veröffentlicht oder mit anderen Systemen geteilt?
- Werden Metadaten KI-gestützt erzeugt oder angereichert?
- Welche grundlegenden Funktionen soll das Repositorium bieten (Content-Erstellung, Gruppierung, Suche, Navigation)?
- Sind Feedback- und Bewertungsmöglichkeiten für Inhalte gewünscht?
- Welche Moderationsmechanismen sind nötig?
- Wie wird Versionierung, Zugriffskontrolle und Content-Migration gehandhabt?
- Wie werden Nutzungsstatistiken erhoben und ausgewertet?
- Gibt es Konzepte zur Evaluation der Nutzung, Reichweite, Interaktion und Zufriedenheit?
- Können Nutzer:innen Feedback, Verbesserungsvorschläge oder Fehlermeldungen einreichen?
- Wie werden Lessons Learned dokumentiert und in zukünftige Prozesse integriert?
- Gibt es Vorgaben für Nutzungsbedingungen, Upload-Richtlinien oder Lizenzierung?
- Ist der Rechtsdienst der Institution eingebunden?
- Wie werden Compliance, Urheberrechte und OER-Lizenzierung sichergestellt?
OER aus Ihrem Repositorium im OER-Verzeichnis sichtbar machen
Das OER-Verzeichnis bündelt Metadaten zu offen lizenzierten Lehr- und Lernmaterialien aus österreichischen Hochschulen. Statt Inhalte selbst zu übertragen, werden ausschließlich standardisierte Metadaten aus institutionellen Repositorien aggregiert. Dadurch bleiben die Materialien an Ihrer Hochschule gespeichert, werden aber zentral auffindbar gemacht — im Sinne der FAIR-Prinzipien für nachhaltige digitale Ressourcen.
Damit OER aus Ihrem Repositorium im Verzeichnis angezeigt werden können, braucht es einige technische und inhaltliche Voraussetzungen. Diese stellen sicher, dass Materialien zuverlässig gefunden, interpretiert und weiterverwendet werden können.
Voraussetzungen für die Anbindung Ihres Repositoriums an das OER-Verzeichnis
- Metadaten werden automatisiert bereitgestellt (bevorzugt über OAI-PMH, alternativ über API)
- Jede Ressource besitzt einen persistenten Identifier mit stabiler Landingpage
- Metadaten bleiben im lokalen System, Inhalte werden nicht übertragen
- Bereitstellung im LOM-Schema (Learning Object Metadata)
- Verwendung standardisierter Vokabulare und Identifier
- Titel der Ressource
- Autor:in bzw. verantwortliche Organisation
- Upload-/Erstellungsdatum
- Disziplin/Fachbereich (ÖFOS-Klassifikation)
- Medientyp / Learning Resource Type
- Dateiformat (MIME-Type)
- Sprache der Ressource
- Offene Lizenz (Creative Commons oder kompatibel, inklusive vollständiger Lizenz-URL)
- Aussagekräftige Beschreibung zur besseren Auffindbarkeit
- Thumbnail/Vorschaubild für bessere Nutzer:innenorientierung
- FAIR-Prinzipien für nachhaltige Daten
- LOM-Metadatenschema
- ÖFOS-Disziplinenklassifikation
- MIME-Typen gemäß RFC-Standard
- Sprachcodes nach ISO/BCP-Standard
Bei Fragen zur Anbindung Ihres Repositoriums oder zur Umsetzung der technischen und organisatorischen Voraussetzungen unterstützen wir Sie gerne. Vereinbaren Sie einen unverbindlichen Beratungstermin oder melden Sie sich einfach bei uns — gemeinsam klären wir Anforderungen, Möglichkeiten und nächste Schritte für Ihre Hochschule.
Kontaktieren Sie uns per Mail via openeducation(at)univie.ac.at.
OER direkt in Moodle nutzen – einfach, schnell, praxisnah
Offene Bildungsressourcen entfalten ihren größten Mehrwert dort, wo sie tatsächlich genutzt werden: direkt in der Lehre. Mit dem Moodle-Plugin „OER-Kollektion“ können Lehrende unmittelbar aus dem OER-Verzeichnis passende Materialien suchen, auswählen und in ihre Lehrveranstaltungen einbinden — ohne die Lernplattform zu verlassen. So werden qualitätsgesicherte OER aus dem österreichischen Hochschulraum schnell auffindbar und nahtlos in bestehende Kursstrukturen integriert.
Die eingebundenen Materialien lassen sich didaktisch weiterentwickeln: Inhalte können kommentiert, kontextualisiert oder mit eigenen Aufgaben und Lernaktivitäten kombiniert werden. Dadurch entsteht ein flexibles, offenes Lehrdesign, das Wiederverwendung und kollaboratives Weiterarbeiten unterstützt.
Für Hochschulen bedeutet diese Integration: OER werden nicht als Zusatzangebot verstanden, sondern als natürlicher Bestandteil digitaler Lehrpraxis. Die OER-Kollektion erleichtert den Einstieg, fördert offene Lehrkultur und verbindet institutionelle Infrastruktur mit dem österreichweiten OER-Ökosystem.
Entwickelt wurde das Moodle-Plugin “OER-Kollektion” an der Universität Wien und ist über die offene Architektur vom Learning Management System Moodle auf anderen Instanzen installier- und nutzbar. Der Source Code steht ebenfalls Open Source zur Verfügung.
Screenshot "OER-Kollektion"-Moodle-Plugin im Moodle-Kurs einer Lehrveranstaltung zum Thema "Climate Change"
Bei Interesse am Moodle-Plugin "OER-Kollektion" bitte um Kontaktaufnahme via openeducation(at)univie.ac.at.
Ergänzend ermöglicht ein weiteres Plugin die Veröffentlichung eigener Lehrmaterialien aus Moodle direkt in institutionelle Repositorien. Lehrende behalten dabei die volle Kontrolle darüber, welche Inhalte freigegeben werden. Automatisch erzeugte Metadaten können überprüft und angepasst werden, um Auffindbarkeit und Nachnutzung zu verbessern.
Dieses Plugin wurde an der Technischen Universität Graz entwickelt. Informationen sind hier aufrufbar: https://telucation.tugraz.at/oer-tc/
Beispiele institutioneller OER-Repositorien
Das OER-Verzeichnis bündelt frei nutzbare Lehrmaterialien aus zahlreichen österreichischen Hochschulen und Projekten und macht sie über eine gemeinsame Suche sichtbar. Jede Institution betreibt dabei weiterhin ihr eigenes Repositorium – das Verzeichnis schafft jedoch eine zentrale Einstiegsmöglichkeit, um OER hochschulübergreifend zu entdecken.
Die hier verlinkten Repositorien zeigen, wie unterschiedliche Hochschulen OER technisch, organisatorisch und redaktionell umsetzen. Sie dienen als praxisnahe Beispiele und Orientierungshilfe für alle, die eigene OER-Infrastrukturen planen oder weiterentwickeln möchten.
Im OER-Verzeichnis finden Sie OER von folgenden öst. Hochschulen:
Beratung zu Aufbau und Betrieb eines OER-Repositoriums
Der Aufbau und Betrieb eines OER-Repositoriums kann komplex sein – Sie müssen technische, organisatorische und rechtliche Aspekte berücksichtigen. Unser Team unterstützt Sie gerne bei jedem Schritt!
Wir bieten Beratung und Unterstützung in verschiedenen Formaten:
- Individuelle Beratungsgespräche zu Infrastruktur, Workflows und Metadaten
- Workshops für Ihr Team oder einzelne Bereiche
- Praktische Beispiele und Best Practices von österreichischen Hochschulen
Kontaktieren Sie uns: openeducation(at)univie.ac.at – wir finden gemeinsam die passende Unterstützung für Ihre Institution.
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Kontaktieren Sie uns — wir unterstützen Sie gerne bei Planung und während der Umsetzung.