Open Science erkunden
Damit OER nachhaltig an Hochschulen genutzt und weiterentwickelt werden können, braucht es klare Rahmenbedingungen: Policies, Leitlinien und Anreizsysteme, die Mitarbeitende bei der Erstellung, Nutzung und Weitergabe offener Bildungsressourcen aktiv unterstützen. Diese Rahmenbedingungen legen die strukturellen, rechtlichen und kulturellen Grundlagen, um Open Education dauerhaft in den Hochschulalltag zu integrieren.
Zielgruppe: Hochschulleitungen, OER-Koordinator:innen, Leitungspersonen von Bibliotheken, E-Learning- und Servicestellen
OER-Policies und Leitlinien
Hochschulen können hochschulweite Regeln und Empfehlungen entwickeln, die festlegen, wie OER erstellt, freigegeben und genutzt werden. Eine klare OER-Policy signalisiert sowohl intern als auch extern, dass die Hochschule offene Bildungsressourcen unterstützt und fördert. Leitlinien können Themen wie Lizenzierung, Metadatenstandards, Barrierefreiheit oder Qualitätsanforderungen umfassen. Sie helfen Lehrenden, Serviceeinrichtungen und Studierenden, die Nutzung von OER rechtlich sicher und didaktisch fundiert umzusetzen. Gleichzeitig dienen sie als verbindlicher Rahmen, um unterschiedliche Aktivitäten in Lehre, Forschung und Verwaltung zu koordinieren.
Anreiz- und Anerkennungssysteme
Offene Bildungsressourcen werden durch sichtbare Anerkennung stärker genutzt und erzeugen Motivation bei den Beteiligten. Hochschulen können beispielsweise OER-Leistungen in Mitarbeiter:innen-Evaluationen, Karrierepfade oder interne Auszeichnungen einbeziehen. Auch Zertifikate wie „OER Practitioner | OER-Praktiker:in“ oder institutionelle Auszeichnungen für Hochschulen fördern die Sichtbarkeit und Anerkennung von OER-Aktivitäten. Anreize tragen dazu bei, dass Lehrende Zeit und Energie in die Erstellung und Nutzung von OER investieren und gleichzeitig die Qualität der Materialien kontinuierlich steigt.
Integration in Organisationsstrukturen
Damit OER langfristig wirksam ist, muss es fest in bestehenden Hochschulstrukturen verankert werden. Bibliotheken, E-Learning-Zentren, IT-Services und Lehr- und Servicestellen können gemeinsam Verantwortlichkeiten, Prozesse und Rollen definieren. Dazu gehört etwa, wer Materialien prüft, wer die Metadaten pflegt und wie Inhalte für die Nachnutzung freigegeben werden. Durch die Integration in Organisationsstrukturen entsteht ein verlässliches, nachhaltiges System, das auch personelle Wechsel und strukturelle Veränderungen übersteht.
Rechtliche und technische Grundlagen
Rahmenbedingungen beinhalten auch die Schaffung sicherer rechtlicher und technischer Grundlagen. Dazu zählen offene Lizenzen, Urheberrechtsfragen, standardisierte Metadaten und Archivierungsrichtlinien. Diese Grundlagen sichern die Nachnutzbarkeit und Auffindbarkeit von OER langfristig und ermöglichen die Interoperabilität zwischen verschiedenen Plattformen und Repositorien. Durch die Implementierung solcher Standards wird sichergestellt, dass Materialien sowohl für die eigene Hochschule als auch für die nationale und internationale OER-Community zugänglich und nutzbar sind.
Kooperation und Vernetzung
Hochschulen profitieren stark von Austausch und Kooperation mit anderen Einrichtungen. Initiativen wie die SIG OER, das Repositorien-Manager:innen-Netzwerk (RepManNet) oder das Nationale Fachgremium OER bieten Plattformen für gemeinsame Standards, Best Practices und innovative Projekte. Durch Vernetzung können Ressourcen effizienter genutzt, Fachwissen geteilt und Synergien geschaffen werden. Kooperationen fördern zudem eine gemeinsame Weiterentwicklung von OER auf nationaler Ebene und stärken die Position der Hochschulen im Bereich der offenen Bildungsressourcen.
Monitoring und Evaluation
Die regelmäßige Überprüfung der Nutzung und Wirkung von OER ist entscheidend, um Strategien und Rahmenbedingungen kontinuierlich zu verbessern. Hochschulen können Kennzahlen wie Zugriffe, Wiederverwendung, Qualität der Materialien und Beteiligung der Lehrenden erheben. Monitoring ermöglicht nicht nur eine objektive Bewertung bestehender Maßnahmen, sondern liefert auch Hinweise, wo Anpassungen oder zusätzliche Anreize sinnvoll sind. So bleibt die Implementierung von OER dynamisch, flexibel und auf die aktuellen Bedürfnisse von Lehrenden und Studierenden ausgerichtet
Mit diesen Rahmenbedingungen schaffen Hochschulen die Basis für offene, qualitativ hochwertige Lehre, fördern die Zusammenarbeit zwischen Einrichtungen und ermöglichen eine langfristige Etablierung von OER in der Hochschulbildung.