OER institutionell verankern
Offene Bildungsressourcen (OER) lassen sich an Hochschulen dort verankern, wo sie am besten in die bestehenden Strukturen und Prozesse passen. Jede Hochschule hat ihre eigene institutionelle Landschaft, in der technische, didaktische und organisatorische Systeme miteinander verzahnt sind.
Eine strategische Planung ist entscheidend: Wer arbeitet an welchen OER-Themen zusammen, welche Bereiche sind zuständig, und wie können Inhalte nachhaltig bereitgestellt und genutzt werden?
Zielgruppe: Entscheidungsträger:innen
OER-Policy
Eine OER-Strategie bzw. OER-Policy ist ein zentrales institutionelles Dokument, das Ziele, Rahmenbedingungen und Verantwortlichkeiten rund um offene Bildungsressourcen festlegt. Sie schafft Orientierung, unterstützt die nachhaltige Verankerung von OER in Lehre und Services und signalisiert strategisches Commitment auf Hochschulebene.
Im Kontext der Zertifizierung zur “Certified OER Higher Education Institution” ist eine solche Policy ein wesentliches Kriterium: Sie macht sichtbar, wie OER strukturell eingebettet und weiterentwickelt werden.
Stakeholder
Die nachhaltige Verankerung von OER ist kein Einzelprojekt, sondern ein institutioneller Entwicklungsprozess. Unterschiedliche Akteur:innen bringen dabei technische, didaktische, organisatorische und strategische Perspektiven ein. Welche Rollen konkret beteiligt sind, hängt von der jeweiligen Hochschulstruktur ab — entscheidend ist ein abgestimmtes Zusammenspiel entlang bestehender Zuständigkeiten.
Die folgende Übersicht zeigt typische Stakeholder und ihre möglichen Beiträge im OER-Kontext:
Diese Einrichtungen fungieren als Brücke zwischen Technik und Lehre. Sie unterstützen Lehrende bei der didaktischen Integration von OER, fördern die Weiterentwicklung offener Lehrmaterialien und entwickeln Qualifizierungsangebote. Gleichzeitig ermöglichen sie niedrigschwellige Produktionsprozesse und tragen dazu bei, OER langfristig in der Regellehre zu etablieren.
Mögliches Aufgabenprofil im Kontext von OER-Services:
- Didaktische Beratung zur OER-Integration
- Entwicklung von Weiterbildungsformaten
- Sensibilisierung für offene Lehrpraktiken
- Unterstützung bei Contentproduktion
- Förderung nachhaltiger Lehrinnovation
IT-Services schaffen die technische Grundlage für OER-Produktion, Speicherung und Veröffentlichung. Sie verantworten Repositorien, Schnittstellen und Systemintegration und sorgen für stabile, skalierbare und nutzer:innenfreundliche Infrastrukturen.
Mögliches Aufgabenprofil im Kontext von OER-Services:
- Aufbau und Betrieb von Repositorien
- Integration in LMS und bestehende Systeme
- Schnittstellenmanagement
- Datenhaltung und Archivierung
- Usability-orientierte technische Umsetzung
Bibliotheken sichern Qualität, Auffindbarkeit und Nachhaltigkeit von OER. Sie betreuen Metadatenstandards, kontrollierte Vokabulare und Archivierungsprozesse und verbinden Open Education mit etablierten Open-Access-Strukturen.
Mögliches Aufgabenprofil im Kontext von OER-Services:
- Metadatenmanagement und Standards
- Qualitätssicherung von Ressourcen
- Langzeitarchivierung
- Lizenz- und Publikationsberatung
- Sichtbarmachung von OER
Weitere unterstützende Einheiten tragen zur Stabilisierung von Prozessen bei — etwa Medienproduktion, Qualitätsmanagement, Rechtsberatung oder Projektkoordination. Sie helfen, OER-Workflows nachhaltig und rechtssicher zu gestalten.
Mögliches Aufgabenprofil im Kontext von OER-Services:
- Rechtliche Orientierung und Lizenzfragen
- Produktionsunterstützung
- Prozess- und Qualitätsmanagement
- Projektkoordination
- Nutzer:innen-Support
Lehrende und Forschende sind zentrale Gestalter:innen der OER-Praxis. Sie entwickeln, adaptieren und nutzen Materialien und treiben didaktische Innovation voran. Unterstützende Strukturen helfen, OER sinnvoll in Lehr- und Forschungskontexte einzubetten.
Strategische Ebenen schaffen die strukturellen Voraussetzungen für nachhaltige OER-Initiativen. Sie verankern OER institutionell, fördern Zusammenarbeit und setzen Rahmenbedingungen für langfristige Entwicklung.
AG "Nationales Fachgremium OER"
Die AG "Nationales Fachgremium OER" unter dem Dach des OSA-Steering Boards bringt Vertreter:innen aller österreichischen Universitäten zusammen, um gemeinsam Maßnahmen zu entwickeln, die dazu beitragen, dass alle öffentlichen Universitäten sich gleichermaßen an der OER-Entwicklung beteiligen können.
Alle öffentlichen Universitäten in Österreich sind in der AG vertreten. Die AG wird geleitet von Martin Ebner (TU Graz) und Jana Herwig (Universität Wien).
Zugang zum Co-Lab (nur für AG-Mitglieder)
Allgemeiner Kontakt: openeducation(at)univie.ac.at
Beratung zur institutionellen OER-Verankerung
Sie möchten OER strategisch an Ihrer Hochschule verankern oder bestehende Strukturen weiterentwickeln?
Wir unterstützen Sie gerne mit Beratung zu Policies, Prozessen und organisatorischen Rahmenbedingungen. Kontaktieren Sie uns für einen unverbindlichen Austausch.