Prozesse sichtbar machen – mit BPMN von der Theorie zur Praxis
Dieses OER vermittelt die Grundlagen der Prozessmodellierung mit BPMN anhand interaktiver Übungen und unterstützt Studierende dabei, komplexe Abläufe verständlich zu analysieren, zu visualisieren und gemeinsam weiterzuentwickeln.
Wer schon einmal versucht hat, einen komplexen Ablauf zu dokumentieren, kennt die Herausforderung: Was für die Beteiligten selbstverständlich erscheint, ist für Außenstehende oft schwer nachvollziehbar. Prozessmodellierung hilft dabei, Abläufe transparent zu machen, Verantwortlichkeiten sichtbar zu machen und Verbesserungspotenziale zu erkennen.
Mit dem OER „Process Modelling Exercises – Process Elements, Checklist, Flowchart (Business Process Model and Notation, BPMN)“ von Marlies Titak (Fachhochschule St. Pölten) steht Lehrenden und Studierenden eine praxisnahe Ressource zur Verfügung, die Schritt für Schritt in die Welt der Prozessmodellierung einführt.
Zum OER: https://phaidra.ustp.at/o:7692
Warum Prozessmodellierung wichtig ist
Ob Qualitätsmanagement, Projektmanagement, Hochschulverwaltung, IT-Services oder Unternehmensprozesse – überall spielen klar definierte Abläufe eine zentrale Rolle. Wer Prozesse versteht und modellieren kann, entwickelt wichtige Kompetenzen für Analyse, Kommunikation und Organisation.
Gleichzeitig fällt es vielen Studierenden zunächst schwer, abstrakte Modellierungsansätze wie BPMN (Business Process Model and Notation) auf reale Anwendungsfälle zu übertragen. Genau hier setzt dieses OER an.
Lernen durch eigenes Ausprobieren
Statt BPMN ausschließlich theoretisch zu erklären, führt die Ressource die Lernenden anhand konkreter Übungen schrittweise an die Prozessmodellierung heran.
Der Einstieg erfolgt bewusst niedrigschwellig: Studierende beschreiben zunächst alltägliche Abläufe – beispielsweise das Kochen eines Lieblingsgerichts – anhand zentraler Prozesselemente wie Input, Prozessschritte, Output, Trigger oder Zielzustand.
Von dort aus wird die Komplexität schrittweise erhöht:
- Prozesse strukturieren und analysieren
- Checklisten entwickeln
- Prozesse visualisieren
- BPMN-Diagramme erstellen
- Prozessmodelle kritisch reflektieren
- Peer-Feedback zu Modellen geben und erhalten
Dadurch wird Prozessmodellierung als aktiver Lernprozess erfahrbar und nicht bloß als technische Dokumentationsmethode vermittelt.
Besonders wertvoll für kollaboratives Lernen
Ein großer Mehrwert des Materials liegt in seinem didaktischen Aufbau. Die Übungen sind für Teamarbeit konzipiert und integrieren Peer-Review-Elemente, bei denen Studierende die Modelle anderer Gruppen analysieren und Rückmeldung geben.
Dadurch werden nicht nur fachliche Kompetenzen aufgebaut, sondern auch Fähigkeiten wie:
- kritisches Denken,
- Qualitätsbewusstsein,
- Kommunikation,
- Feedbackkompetenz,
- und gemeinsame Problemlösung.
Gerade diese Verbindung von Fachwissen und Zusammenarbeit macht das OER für moderne Hochschullehre besonders interessant.
Vielfältige Einsatzmöglichkeiten
Die Ressource eignet sich unter anderem für Lehrveranstaltungen in den Bereichen:
- Qualitätsmanagement
- Prozessmanagement
- Wirtschaftsinformatik
- Business Analysis
- Projektmanagement
- Organisationsentwicklung
- Verwaltungsmanagement
- Hochschulmanagement
Darüber hinaus können die Materialien auch in Workshops oder Weiterbildungen eingesetzt werden, wenn Prozesse analysiert, dokumentiert oder verbessert werden sollen.
Offen, anpassbar und direkt nutzbar
Das OER wird unter einer offenen Lizenz (CC BY-SA 4.0) bereitgestellt und kann flexibel an eigene Lehrkontexte angepasst werden. Die enthaltenen Vorlagen, Beispiele und Übungen bieten eine sofort einsetzbare Grundlage für Lehrveranstaltungen und Trainings.
Besonders hilfreich ist dabei die Kombination aus theoretischer Einführung, praktischen Templates und konkreten Anwendungsbeispielen aus technischen Vertriebsprozessen.
Fazit
Dieses OER zeigt eindrucksvoll, wie komplexe Themen wie Prozessmodellierung verständlich und praxisorientiert vermittelt werden können. Durch den hohen Übungsanteil, die kollaborativen Elemente und die direkte Anwendbarkeit entsteht ein Lernangebot, das weit über reine Wissensvermittlung hinausgeht.
Ein gelungenes Beispiel dafür, wie Open Educational Resources Studierende dabei unterstützen können, fachliche Methoden aktiv anzuwenden, kritisch zu reflektieren und gemeinsam weiterzuentwickeln.