Peer Feedback in der digitalen Hochschullehre: Ein praxisnaher Leitfaden für asynchrone Lernsettings
Ein praxisnaher Leitfaden für alle, die Peer Feedback als wirkungsvolle Methode zur Förderung von Interaktion, Reflexion und selbstgesteuertem Lernen in der digitalen Hochschullehre einsetzen möchten.
In der Reihe „OER vor den Vorhang“ rücken wir Open Educational Resources in den Mittelpunkt, die unmittelbar in der Hochschulpraxis eingesetzt werden können und konkrete didaktische Herausforderungen adressieren. Dieses Mal stellen wir einen Leitfaden vor, der sich einem zentralen Thema digitaler Lehre widmet: Peer Feedback in asynchronen Lehr- und Lernsettings.
Zum OER: https://door.donau-uni.ac.at/detail/o:6114
Der Leitfaden „Peer Feedback in der digitalen Hochschullehre: Leitfaden für asynchrone Lehr- und Lernformate“ von Jasmina Džanić (Universität für Weiterbildung Krems) bietet eine kompakte und zugleich praxisnahe Einführung in die Gestaltung von Peer-Feedback-Prozessen in digitalen Lehrumgebungen. Im Fokus stehen insbesondere asynchrone oder gering betreute Settings, in denen direkte Rückmeldungen durch Lehrende nur eingeschränkt möglich sind.
Peer Feedback als didaktischer Mehrwert
Der Leitfaden macht deutlich, dass Peer Feedback weit über eine reine Rückmeldetechnik hinausgeht. Richtig eingesetzt, wird es zu einem zentralen Element aktivierender Lehre: Studierende reflektieren Inhalte intensiver, übernehmen Verantwortung für Lernprozesse anderer und entwickeln gleichzeitig ihre eigene Urteilskompetenz weiter.
Gerade in digitalen Lehrformaten entsteht dadurch ein wichtiger Ausgleich zu fehlender synchroner Betreuung. Lernprozesse werden stärker strukturiert, soziale Interaktion wird gefördert und die Qualität der Auseinandersetzung mit Lerninhalten steigt.
Orientierung für die Lehrpraxis
Besonders wertvoll ist der Leitfaden für Lehrende, die digitale oder hybride Formate planen oder weiterentwickeln möchten, aber noch wenig Erfahrung mit vollständig oder teilweise asynchronen Szenarien haben.
Er bietet:
- eine verständliche Einführung in das Konzept von Peer Feedback
- eine didaktische Einordnung für digitale Hochschullehre
- konkrete Hinweise zur Planung und Umsetzung
- Unterstützung bei der Gestaltung strukturierter Feedbackprozesse
- praxisnahe Impulse für den direkten Einsatz in Lehrveranstaltungen
Damit wird das OER zu einem niedrigschwelligen Werkzeug, das Theorie und Umsetzung sinnvoll verbindet.
Bedeutung für Open Education
Im Kontext von Open Education zeigt dieser Leitfaden exemplarisch, wie offene Bildungsressourcen nicht nur Wissen vermitteln, sondern direkt zur Verbesserung von Lehr- und Lernprozessen beitragen. Er macht sichtbar, wie didaktische Konzepte durch klare Strukturierung und Offenheit skalierbar und übertragbar werden.
Gerade in Zeiten zunehmender Digitalisierung und heterogener Studierendengruppen gewinnen Methoden wie Peer Feedback an Bedeutung – und OER wie dieser Leitfaden unterstützen dabei, solche Ansätze nachhaltig in der Hochschullehre zu verankern.
Fazit
Dieses OER zeigt eindrucksvoll, wie offene Bildungsressourcen einen konkreten Mehrwert für die Hochschullehre schaffen: durch klare Orientierung, praxisnahe Umsetzung und direkte Anwendbarkeit. Ein gelungenes Beispiel dafür, wie digitale Lehre durch strukturierte Peer-Learning-Ansätze aktiver, reflexiver und nachhaltiger gestaltet werden kann.